Ausgehend von unseren letzten Artikeln zu den Anmeldezahlen beim EPA und DPMA ist auch ein internationaler Vergleich der Anmeldezahlen zwischen EPA, USPTO und chinesischem Patentamt interessant.

Während 2017 beim EPA gute 165.000 Anmeldungen eingingen, waren es beim USPTO knappe 607.000, also das 3,6-fache. Ein Vergleich der Anmeldezahlen zwischen beiden Ämtern über mehrere Jahre hinweg zeigt zudem, dass das USPTO im Vergleich zum EPA einen deutlicheren Anstieg zu verzeichnen hatte.

Deutlich mehr Anmeldungen als beim EPA und USPTO zusammen gingen beim chinesischen Patentamt in 2017 ein, nämlich knappe 1,4 Millionen. Dies entspricht ungefähr dem 1,8-fachen der Summe der beim EPA und USPTO eingegangenen Anmeldungen im selben Jahr.

Dabei ist besonders hervorzuheben, dass beim chinesischen Patentamt um die Jahrtausendwende eine im Vergleich zum EPA geringere Anzahl an Patentanmeldungen einging. In den ersten Jahren nach der Jahrtausendwende überstieg die Anmeldezahl beim chinesischen Patentamt dann die Anmeldezahl beim EPA. Kurz nach Beginn der jetzigen Dekade überstieg die Zahl der beim chinesischen Patentamt eingereichten Anmeldungen auch die Zahl der beim USPTO eingereichten Patentanmeldungen.

Gerade diese Entwicklung über die letzten Jahre verdeutlicht die Bedeutungszunahme bei den gewerblichen Schutzrechten in China. Dabei könnte ein unterstützender Faktor das entsprechende staatliche Anreizprogramm in China sein. Die weitere Entwicklung der Anmeldezahlen in den kommenden Jahren sollte hierüber Aufschluss geben.

 

Quelle:

Handelsblatt vom 27. Februar 2019, Mehr Chancen als Risiken, Grafik: China zieht vorbei